Strategische Umsetzung der Machbarkeitsstudie „Radschnellverbindungen in der Region Magdeburg„
Interfraktioneller Antrag zur Stadtratssitzung am 27. August 2026
Der Stadtrat möge beschließen:
1. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie „Radschnellverbindungen in der Region Magdeburg“ (I0337/20) werden als wichtige strategische Grundlage für die weitere Entwicklung eines regionalen Netzes von Radschnellverbindungen anerkannt und umgesetzt.
2. Die Oberbürgermeisterin wird beauftragt, dem Stadtrat bis zum II. Quartal 2027 eine Drucksache in Form eines Umsetzungsfahrplanes für die in der Machbarkeitsstudie identifizierten Trassen vorzulegen.
3. Der Umsetzungsfahrplan soll insbesondere enthalten:
a. eine Priorisierung der einzelnen Trassenkorridore,
b. Trassenkorridore, bzw. Nebenstraßen, die baulich nicht mehr angepasst werden müssen, sind schnellstmöglich als Fahrradstraße auszuweisen,
c. eine Einschätzung der aktuellen Fördermöglichkeiten von Bund und Land, um die Erfolgsaussichten zu maximieren und die Bewerbung für die passenden Programme unverzüglich zu starten.
d. einen Zeit- und Finanzierungsplan für die nächsten Planungsschritte,
e. Vorschläge zur interkommunalen Zusammenarbeit mit den betroffenen Landkreisen und Umlandkommunen,
f. die Benennung möglicher Pilotabschnitte mit kurzfristiger Realisierungsperspektive.
4. Die Oberbürgermeisterin wird ferner beauftragt, Gespräche mit den betroffenen Landkreisen und Umlandkommunen über die Unterzeichnung eines Letter of Intent (LOI) zur gemeinsamen Entwicklung regionaler Radschnellverbindungen aufzunehmen.
5. Der Stadtrat ist regelmäßig über den Stand der Planungen, der Fördermittelakquise sowie der Abstimmungen mit den Nachbarkommunen zu informieren.
Begründung:
Mit der Informationsvorlage I0337/20 wurden dem Stadtrat die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie „Radschnellverbindungen in der Region Magdeburg“ vorgestellt. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der Aufbau eines Netzes von Radschnellverbindungen zwischen der Landeshauptstadt Magdeburg und den umliegenden Mittelzentren grundsätzlich machbar und mit realistischen Maßnahmen umsetzbar ist.
Die Studie identifiziert insgesamt fünf Trassenkorridore mit erheblichem Potenzial für den Radverkehr und empfiehlt ausdrücklich vertiefende Planungen als Grundlage für spätere Fördermittelanträge und Umsetzungsentscheidungen.
Obwohl die Studie bereits 2020 die Einleitung weiterer Planungsschritte sowie eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Umlandkommunen empfohlen hat, erfolgte bisher keine systematische politische Befassung mit der Umsetzung der vorgeschlagenen Trassen.
Lediglich die Verbindung in Richtung Eulenberg beziehungsweise Sülzetal wurde planerisch weiterverfolgt. Außerdem wurde die Studie grundsätzlich bei der Erstellung des Radverkehrswegeplans beachtet.
Die vorgeschlagenen Radschnellverbindungen können einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Pendlerverkehrs zwischen Magdeburg und seinem Umland leisten. Um schnelle und haushaltsschonende Ergebnisse zu erzielen, sollen identifizierte Nebenstraßen, die baulich nicht angepasst werden müssen, heute schon als Fahrradstraßen ausgewiesen werden.
Besonders hervorzuheben ist, dass die Machbarkeitsstudie ausdrücklich auf eine konfliktarme Trassenführung setzt. Die vorgeschlagenen Verbindungen sollen überwiegend entlang bestehender verkehrsarmer Nebenstraßen und Wegeführungen verlaufen, die häufig parallel zu den Hauptverkehrsstraßen liegen.
Dadurch werden Konflikte mit dem motorisierten Individualverkehr minimiert und Eingriffe in bestehende Hauptverkehrsachsen reduziert. Unserer Ansicht nach wird die Akzeptanz des Projektes dadurch erhöht. Außerdem wird erwartet, dass durch die Anpassung bereits bestehender Nebenstraßen die Kosten gesenkt werden und die Umsetzbarkeit realistischer ist.
Die Studie verzichtet zudem weitgehend auf kostenintensive Ingenieurbauwerke wie zusätzliche Brücken oder Unterführungen und verfolgt damit einen pragmatischen und wirtschaftlichen Ansatz.
Mit dem vorliegenden Antrag werden zunächst keine Bauvorhaben beschlossen.
Die Verwaltung soll zunächst einen Umsetzungsfahrplan einschließlich einer Fördermittelstrategie vorlegen.
Eine spätere Realisierung einzelner Abschnitte soll unter Nutzung verfügbarer Förderprogramme des Bundes und des Landes Sachsen-Anhalt erfolgen.
Die Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2020 liefert eine belastbare fachliche Grundlage für die Entwicklung eines regionalen Netzes von Radschnellverbindungen.
Sechs Jahre nach Vorlage der Studie ist es angezeigt, die nächsten Schritte einzuleiten und die bestehenden Erkenntnisse in konkrete Planungen zu überführen.
Der Antrag schafft hierfür die notwendige politische Grundlage, ohne bereits Vorfestlegungen für einzelne Bauprojekte zu treffen.
Kornelia Keune und Dr. Thomas Wiebe
Fraktionsvorsitzende
Ratsfraktion
SPD/Tierschutzallianz/Volt
Madeleine Linke und Olaf Meister
Fraktionsvorsitzende
Fraktion GRÜNE/future!
Rebekka Grotjohann und Noah Biswanger
Fraktionsvorsitzende
Fraktion Die Linke
Burkhard Moll
Stadtrat
Fraktion Tierschutzpartei
A0164/26 Strategische Umsetzung der Machbarkeitsstudie „Radschnellverbindungen in der Region Magdeburg“
→ in die Ausschüsse verwiesen
