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Ort der Erinnerung am Alten Rathaus

Hugo Boeck

Anfrage zur Stadtratsberatung am 9. Dezember 2010

In der Februarsitzung 2008 des Stadtrates stellte DIE LINKE.Fraktion folgenden Antrag: „Der Oberbürgermeister wird beauftragt, dem Stadtrat im September 2008 einen Vorschlag zu unterbreiten, wie noch vor der Stadtratswahl 2009 in der unmittelbaren Rathausnähe ein Ort der Erinnerung an alle Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung geschaffen werden kann, die Opfer der Nationalsozialisten geworden sind“.
Der Antrag wurde durch den Stadtrat angenommen.

Nun endlich, über zwei Jahre später, im Jahre 2010 wurde im IV. Quartal eine Erinnerungstafel/-stele mit folgender Inschrift nahe dem Rathaus aufgestellt: „Die Landeshauptstadt Magdeburg gedenkt der Frauen und Männer, die als Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung und als Kommunalpolitiker in den Jahren der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zwischen 1933 und 1945 diskriminiert, ihres Amtes beraubt, verfolgt, in Konzentrationslager verschleppt, ins Exil getrieben oder ermordet wurden. Das Andenken schließt auch diejenigen ein, deren Namen und Schicksale unbekannt geblieben sind.“
Zusätzlich zu dieser Inschrift sind die Namen der jeweiligen Kommunalpolitiker/innen auf der Tafel angebracht.

Soweit so gut!

Ich frage den Oberbürgermeister:

Warum nur wurde die Erinnerungstafel so unscheinbar und beinahe versteckt und noch dazu quasi heimlich und  in aller Stille an der Südseite des Rathauses, dem Notausgang, angebracht?
Die Stadtführer beispielsweise führen die Magdeburg-Gäste eher an der Frontseite des Rathauses entlang.

Auch hat keine würdigende Einweihung stattgefunden. Weder die Öffentlichkeit noch die Mitglieder des Stadtrates sind vorab über den genauen Zeitpunkt der Aufstellung informiert, geschweige denn eingeladen gewesen. Warum?

Ich bitte um kurze mündliche und ausführliche schriftliche Beantwortung.

Hugo Boeck
Stadtrat

F0210/10 Ort der Erinnerung am Alten Rathaus

> mündliche Stellungnahme

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