Inklusive Sozialräume in Magdeburg
Anfrage zur Stadtratssitzung am 24. September 2026
Ein inklusiver Sozialraum ermöglicht allen Menschen – unabhängig von Behinderung, Alter, sozialer Lage, Herkunft oder anderen individuellen Voraussetzungen – eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Dazu gehören unter anderem barrierefreier Wohnraum, eine erreichbare soziale Infrastruktur, Mobilität, Bildung, Kultur, Freizeit, Gesundheitsversorgung sowie Möglichkeiten der Begegnung und Beteiligung.
Die UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet auch Kommunen dazu, die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu ermöglichen und Barrieren abzubauen. Inklusion sollte dabei nicht ausschließlich über einzelne Angebote oder Projekte gedacht werden, sondern als Querschnittsaufgabe der kommunalen Stadtentwicklung.
Vor diesem Hintergrund frage ich die Oberbürgermeisterin:
Welche Definition von „inklusivem Sozialraum“ legt die Landeshauptstadt Magdeburg ihrer Arbeit zugrunde?
Welche Konzepte, Strategien oder Maßnahmen verfolgt die Landeshauptstadt derzeit zur Entwicklung inklusiver Sozialräume? Bitte nach den Bereichen Wohnen, Mobilität, soziale Infrastruktur, Bildung, Gesundheit, Kultur, Freizeit, Sport und gesellschaftliche Teilhabe aufschlüsseln.
In welchen Stadtteilen bzw. Sozialräumen bestehen aus Sicht der Stadt bereits besonders gute Voraussetzungen für inklusive Teilhabe und wo werden aktuell Defizite gesehen?
Inwiefern gibt es eine systematische Bestandsaufnahme darüber, welche Angebote und Strukturen für Menschen mit unterschiedlichen Unterstützungsbedarfen in den einzelnen Stadtteilen vorhanden sind? Falls ja: Wann wurde diese zuletzt durchgeführt und wie werden die Ergebnisse veröffentlicht bzw. genutzt?
Wie wird bei der Planung neuer Wohnquartiere und bei der Weiterentwicklung bestehender Quartiere sichergestellt, dass Aspekte der Inklusion und Barrierefreiheit von Beginn an berücksichtigt werden?
Welche Beteiligungsmöglichkeiten bestehen für Menschen mit Behinderungen sowie für weitere von Ausgrenzung bedrohte Personengruppen bei der Entwicklung ihrer Sozialräume? Wie wird insbesondere sichergestellt, dass Beteiligung nicht nur punktuell, sondern kontinuierlich erfolgt?
Welche Rolle spielen die kommunalen Beauftragten, Beiräte, freien Träger und Selbstvertretungsorganisationen, Hochschulen u.a. bei der Entwicklung inklusiver Sozialräume?
Welche Erkenntnisse liegen der Stadt darüber vor, in welchen Bereichen Menschen mit Behinderungen in Magdeburg aktuell auf besondere Barrieren stoßen? Bitte nach baulichen, sozialen, digitalen, kommunikativen und finanziellen Barrieren differenzieren.
Welche Förderprogramme des Landes, des Bundes oder der EU nutzt die Landeshauptstadt derzeit zur Entwicklung inklusiver bzw. sozial nachhaltiger Quartiere? Welche weiteren Fördermöglichkeiten werden geprüft?
Plant die Landeshauptstadt ein ressortübergreifendes Konzept zur Entwicklung inklusiver Sozialräume für Magdeburg zu erarbeiten? Falls nein, aus welchen Gründen nicht?
Welche konkreten nächsten Schritte sind aus Sicht der Verwaltung erforderlich, um inklusive Sozialräume in Magdeburg weiterzuentwickeln, und welche Maßnahmen sollen davon in den kommenden zwei Jahren umgesetzt werden?
Wie werden die Ergebnisse und Fortschritte bei der Entwicklung inklusiver Sozialräume künftig überprüft und transparent gemacht?
Ich bitte um eine kurze mündliche und ausführliche schriftliche Stellungnahme.
Nicole Anger
Stadträtin
F0290/26 Inklusive Sozialräume in Magdeburg
