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Eva von Angern beim politischen Nachtgebet zum Kirchentag 2017

Der Kirchentag lädt ein zum mitmachen. Was richtig oder falsch ist, gibt dabei nicht die Kirche vor - sie eröffnet Dialoge - offene, aber auch streitbare. Der Kirchentag scheint zu einem gesellschaftlichen Forum der Diskussion geworden zu sein. Dafür stehen auch zahlreiche Persönlichkeiten, die dem Kirchentag ein Gesicht geben. So auch in diesem Jahr unsere Bundestagskandidatin Eva von Angern.

In der Nacht vom 26. zum 27. Mai 2017 wurde ihr die Aufgabe zuteil, im Rahmen des Kirchentages eine Predigt zu halten - dabei ist sie religiös nicht einmal gebunden. Eines machte Eva von Angern gleich zu Beginn klar: »Eine Predigt im Sinne einer Verkündung des Wortes Gottes wäre eine Anmaßung. Diese Erwartung muss und werde ich enttäuschen. Was Sie allerdings von mir erwarten dürfen, ist eindringliches Erinnern und Mahnen.«

Eva von Angern sprach über Gerechtigkeit - unter anderem über den Anspruch auf Hilfe bei Bedürftigkeit, das Ziel gleicher Lebenschancen und auch die Freiheit zum selbstverantworteten Leben aus der Menschenwürde.

Weiter machte sie auf unterschiedliche Herausforderungen aufmerksam, die wir bewältigen müssen. Zum einen ist es unsere Reaktion auf den Terror - wir werden darauf achten müssen, dass wir unsere Freiheit nicht dadurch verteidigen, indem wir sie Stück für Stück opfern, in der Hoffnung, möglichst lückenlose Sicherheit zu gewährleisten.

Eine weitere Herausforderung liegt darin, all jenen Abgehängten zu helfen, die vom allgemeinem Wohlstand in unserem so aberwitzig reichen Land nichts haben. Den sozial ausgegrenzten Menschen und vor allem die unter Armut leidenden Kinder müssen wir wirkliche Chancengleichheit bieten und in unserer Mitte integrieren.

Die größte Prüfung liegt aber in unserem Umgang mit den Flüchtlingen, die bei uns Schutz, Herberge und Lebensperspektive suchen. Krieg und Vertreibung, die ungerechte Weltwirtschaftsförderung oder der Klimawandel werden Menschen auch künftig massenhaft zur Flucht zwingen. Dies veranlasst Eva von Angern zu der Frage: »Endet die Menschenwürdegarantie des Grundgesetzes an unseren Grenzen? Mit einem Blick auf den Geltungsbereich des Grundgesetzes sagt die Juristin in mir: Selbstverständlich - was sonst. Aber als Mensch, als Bürgerin dieses Landes rufe ich: Selbstverständlich nicht!«

Die Sorge, dass in unserer Gesellschaft der Gedanke einer Relativierung der Menschenwürdegarantie immer salonfähiger zu werden scheint, ist berechtigt. Doch Eva von Angern gibt sich kämpferisch: »Auch mich ängstigen zuweilen die Angriffe von ganz rechts. Doch ich lasse mir meinen Mut nicht nehmen!«

Wir brauchen ein Mehr an Mitempfinden und an Einfühlung in den Anderen und ein Weniger an Gefühlskälte und an unbarmherziger Distanziertheit.