Wie weiter nach dem traurigen Akut-Abriss der einmaligen Fußgängerbrücke zum Petriförder – Teil 2

Oliver Müller

Anfrage zur Stadtratssitzung am 25. September 2025

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,

 

in der Stellungnahme S0312/25 zu meiner fast gleichlautenden Anfrage vom Monat Juni 2025 wurde u.a. ausgeführt: “Das Widerlager West wurde im Zuge des Abrisses beschädigt. Es ist geplant, eine Verfüllung der Auflagerbank und eine homogene Ansichtsfläche mit Naturstein herzustellen, sodass ein Podest für eine mögliche Zwischennutzung, z.B. als „Aussichtsbalkon“ oder ähnliches, entsteht.

Ich frage die Oberbürgermeisterin:

1.

Trifft es zu, dass es sich nach meiner Kenntnis, wie mir Anwohner/innen berichteten, hierbei nicht um die beschädigten Widerlager handelt, sondern stattdessen um die begleitenden Flügelmauern rechts und links neben dem ehemaligen Brückenwiderlager, die als solche den Übergang zu der angrenzenden Bausubstanz (inkl. der weiterführenden Stadtmauer) herstellen?

 Leider sind diese Flügelmauern sowie die zugehörigen Abdeckplatten und Geländer bei dem erfolgten Brückenabriss offenbar durch Unachtsamkeit der beauftragten Firma schwer beschädigt worden, so dass dort augenscheinlich bereits heute eine akute Einsturzgefahr besteht, da eine ausreichende Standsicherheit für den Mauerwerksverbund als solche nicht mehr gegeben ist. Ferner besteht hier auch die potentielle Gefahr, dass dort jeder Zeit herabfallende Steine und andere Bauteile zu nachhaltigen Folgen für Mensch und Umwelt führen können.

Auch nahezu sechs Wochen nach dem Erscheinen der o. g. Stellungnahme sind bis zum heutigen Tage noch immer keinerlei Aktivitäten von Seiten der Stadt festzustellen, um mit den „geplanten“ Maßnahmen jetzt endlich einmal zu beginnen. So versperren noch immer die alten Bauzäune unkundigen Fußgängern* und Radfahrern* den Weg, verbunden mit entsprechenden Warnschildern, die auf aktuelle Abrissarbeiten hinweisen, obwohl diese bereits seit mehr als vier Monaten abgeschlossen sind.

2.

Erscheint es angezeigt, als Sofortmaßnahme spätestens bis zum Eintritt der alljährlichen Frostperiode (in Mitteldeutschland etwa ab Ende Oktober) eine erforderliche Sicherung der vorhandenen Bausubstanz zu veranlassen, um somit zu verhindern, dass der Frost in die offenen Bauwerksfugen eindringen und dort weitere nachhaltige Folgeschäden anrichten kann?

3.

Teilen Sie meine Ansicht, um unnötige Doppelarbeiten und Mehrkosten zu vermeiden, sollte dabei zugleich das erwähnte Schließen der Lücke in der Mauer (inkl. Auffüllung der dahinterliegenden ehemaligen Widerlagergrube bis Oberkante Gelände) mit vorgenommen werden, womit auch zugleich die angrenzende Bausubstanz vor einem weiteren Verfall geschützt wird?

4.

Erachten Sie es ferner als sinnvoll, auch die begleitenden Treppen- und Rampenanlagen zeitnah endlich verkehrssicher wiederhergestellt werden, was dabei auch die Schaffung von einem überschaubaren Wegeleitsystem bis zum gegenüberliegenden Petriförder einschließt?  

Ich bitte um ausführliche schriftliche Stellungnahme.

Oliver Müller
Stadtrat

F0319/25 Wie weiter nach dem traurigen Akut-Abriss der einmaligen Fußgängerbrücke zum Petriförder – Teil 2
S0460/25 Stellungnahme der Verwaltung