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Nadja Lösch

Praxis-Angebote der Landeshauptstadt im Bereich „Soziale Arbeit“

Anfrage zur Stadtratssitzung am 7. Juni 2022

Viele Studiengänge haben Praxiserfahrungen in Form von Praktika als fest verankerten Bestandteil des Studiums- entweder als Praktikum innerhalb der vorlesungsfreien Zeit oder als Praxissemester, so wie es in der Sozialen Arbeit im Umfang von zweimal 20 Wochen vorzufinden ist. Auch die Landeshauptstadt Magdeburg bietet Möglichkeiten für einen Praxisaufenthalt für Studierende der Sozialen Arbeit an - jedoch unvergütet.

Der junge DBSH hat dafür die bundesweite Arbeitsgruppe “Netzwerk Prekäres Praktikum" gegründet. Diese setzt sich für die Bezahlung von Studierenden im Praxissemester der Sozialen Arbeit ein. Ein Pflichtpraktikum kann großen Einfluss auf die finanzielle Lage von Studierenden haben, da eine berufliche Tätigkeit neben dem Studium aus mangelnden Zeitkapazitäten nur sehr eingeschränkt möglich ist. Dieses Anliegen hat der junge DBSH auch mit den Kandidierenden zur Oberbürgermeister:inwahl besprochen und in der Sache das Angebot der Unterstützung durch die gewählte Oberbürgermeisterin Frau Borris erhalten.

Ich frage die Landeshauptstadt:

  1. Wie viele Praktikant*innen aus dem Bereich der Sozialen Arbeit haben seit 2015 je Jahr ein Praxissemester im Bereich der Stadtverwaltung sowie kommunalen Einrichtungen absolviert? Bitte nach Dezernaten aufschlüsseln je Jahr beginnend 2015.
    a) Wie viele Praktikant*innen aus humanwissenschaftlichen Studiengängen haben seit 2015 je Jahr ein Praktikum im Bereich der Stadtverwaltung, ihr untergeordneten Behörden sowie kommunalen Einrichtungen absolviert? Bitte je Jahr beginnend 2015 aufschlüsseln.
    b) Wie viele Praktikant*innen aus technischen Studiengängen haben seit 2015 je Jahr ein Praktikum im Bereich der Stadtverwaltung, ihr untergeordneten Behörden sowie kommunalen Einrichtungen absolviert? Bitte aufschlüsseln je Jahr beginnend 2015.
    c) Wie viele der Praktikant:innen aus Frage 1.a. und 1.b. haben eine Praktikumsvergütung erhalten? Bitte nach Bereichen und Vergütungshöhe angeben.
     
  2. Wie bewertet die Landeshauptstadt die Angebote von unvergüteten Praxisstellen (vgl. www.magdeburg.de/Start/Wirtschaft-Arbeit/Arbeit-Beruf/Stellenmarkt/Arbeitgeber-Stadt/index.php) in der Stadtverwaltung, ihr untergeordneten Behörden und den kommunalen Einrichtungen? Was schlussfolgert die Oberbürgermeisterin daraus für das eigene Handeln?
     
  3. Wie bewertet die Oberbürgermeisterin den Umstand, dass Studierende während ihres Praxissemesters oftmals nicht in der Lage sind, aufgrund der Pflichtaufgabe ihres Studiums einen Nebenverdienst zu verdienen und somit zum Absolvieren der Praxissemester zusätzlich armutsgefährdet sind? Welche Handlungsableitungen trifft sie demnach für die von der Landeshauptstadt angebotenen Praktikumsplätze?
     
  4. Wie unterstützt die Landeshauptstadt die Studierenden der Sozialen Arbeit, die das Praxissemester in der Stadtverwaltung, ihr untergeordneten Behörden oder in kommunalen Einrichtungen absolvieren? Welche Vorteile erhalten die Studierenden nach in den Bereichen Finanzielles, Erfahrung und Zukunftsperspektive? Bitte dezidiert nach den einzelnen Faktoren aufschlüsseln und bewerten und in Relation zur Praktika-Situation anderer Studiengänge setzen
    a) Wie unterstützt die Landeshauptstadt die Studierenden humanwissenschaftlicher Studiengänge, die ihr Praktikum in der Stadtverwaltung oder in kommunalen Einrichtungen absolvieren? Welche Vorteile erhalten die Studierenden der Landeshauptstadt nach in den Bereichen Finanzielles, Erfahrung und Zukunftsperspektive? Bitte dezidiert nach den einzelnen Faktoren aufschlüsseln und bewerten.
    b) Wie unterstützt die Landeshauptstadt die Studierenden technischer Studiengänge, die ihr Praktikum in der Stadtverwaltung oder in kommunalen Einrichtungen absolvieren? Welche Vorteile erhalten die Studierenden der Landeshauptstadt nach in den Bereichen Finanzielles, Erfahrung und Zukunftsperspektive? Bitte dezidiert nach den einzelnen Faktoren aufschlüsseln und bewerten.
     
  5. Wie wird generell seitens der Landeshauptstadt bewertet, dass Studierende anderer und insbesondere technischer Studiengänge oftmals vergütete Praktika-Angebote erhalten? Inwiefern wird die Landeshauptstadt selbst darauf einwirken sowie kommunale Eigenbetriebe aber auch von der Stadt geförderte freie Träger dabei unterstützen, eine generelle Vergütung für Praktika zu ermöglichen?
     
  6. Inwiefern werden Träger mit kommunaler Beteiligung sowie kommunale Eigenbetriebe seitens der Landeshauptstadt bei der Beantragung von Mitteln unterstützt, wodurch Studierenden der Sozialen Arbeit mindestens eine Aufwandsentschädigung für ihre Tätigkeit ermöglicht werden kann? Insofern dies nicht der Fall ist, warum?
    a) Wie viele Mittel wurden seit 2015 je Jahr sowohl seitens der Stadtverwaltung als auch von Trägern mit kommunaler Beteiligung sowie kommunalen Eigenbetrieben für die Entlohnung von Praktika im Bereich der Sozialen Arbeit eingesetzt respektive aus dem Haushalt der Landeshauptstadt abgerufen? Bitte aufschlüsseln nach Gesamtsumme je Institution je Jahr beginnend 2015. Insofern dies nicht der Fall war, warum? ODER: Insofern dies generell nicht der Fall war: Inwiefern wird seitens der Stadtverwaltung darauf hingewirkt werden, diesem Missstand entgegenzuwirken?

Ich bitte um eine kurze mündliche und ausführliche schriftliche Stellungnahme.

 

Nadja Lösch
Stadträtin

F0193/22 Praxis-Angebote der Landeshauptstadt im Bereich „Soziale Arbeit“
S0316/22 Stellungnahme der Verwaltung


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