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Regina Frömert

Gedenktafel für Inhaftierte in den ehemaligen Festungsanlagen Magdeburgs

Antrag zur Stadtratsberatung am 13. August 2009

Der Stadtrat möge beschließen:

Der OB wird beauftragt, an exponierter Stelle in Nähe der ehemaligen Festungsanlagen eine Gedenktafel mit Namen und Daten bekannter Inhaftierter in den Magdeburger Festungsanlagen anbringen zu lassen.
Die Mittel sollen über Sponsoring eingeworben werden.

Der Antrag soll in den Kulturausschuss überwiesen werden.

Begründung:
In der Vergangenheit war die Ehrung von Josef Pilsudski mehrfach Gegenstand der Diskussion im Stadtrat. Zuletzt wurde auch Charles de Gaulle einbezogen. Beide waren in der Zitadelle inhaftiert bzw. interniert.
Nach Aussage des Stadtarchivs waren außer den oben genannten noch weitere namentlich bekannte und bedeutende politische Gefangene in der Zitadelle inhaftiert .
Neben der Zitadelle dienten auch die Sternschanze oder das Inquisitoriat am Tränsberg als Orte für Inhaftierungen.
Außer bekannten Persönlichkeiten saßen viele so genannte Namenlose in der Festung, die längst nicht alle wegen krimineller Delikte verurteilt worden waren. Es handelt sich um
- politisch Verfolgte, darunter Politiker, Journalisten, Literaten, Burschenschafter, die für die  Einheit und Freiheit Deutschlands kämpften bzw. gegen den Staat gerichtete Äußerungen und Handlungen wagten.
Beispiele für Burschenschafter: Fritz Reuter, Robert Wesselhöft, Hermann Grashof, Albert Schultze, Julius Wagner, Adolph Gustav Graf, Gustav Adolf Wislicenus;
Nach Niederschlagung der polnischen Nationalbewegung in Preußisch-Polen im 19. Jh. wurden viele Offiziere und andere Soldaten als Staatsgefangene in die Festung Magdeburg gebracht, wo sie mehrere Jahre blieben, darunter war Porträtmaler Polikarp Guminski.

- Personen, die gegen königliche Gesetze oder militärische Disziplin verstoßen haben
bzw. dessen bezichtigt wurden,

- Kriegsgefangene,
Beispiel: 286 Schweden, die 1715 bei Stralsund in preußische Hände gefallen waren
und in die Zitadelle nach Magdeburg kamen; im Siebenjährigen Krieg (1756-1763)
u.a. Österreicher, Russen und Franzosen.

- Juden (31 Juden in den 1780er Jahren);

- „Zigeuner“, „Landstreicher“ bzw. nicht registrierte Bettler, die zu Arbeiten auf der Festung verurteilt waren.

Eine Ehrung im Bereich der Befestigungsanlagen sollte sich nicht allein auf Pilsudski und de Gaulle beschränken.
Die Stadt sollte nach eingehender Prüfung der Festungsgeschichte und der hier gefangen
gehaltenen Persönlichkeiten im Rahmen der Kennzeichnung des Grünen Ringes bzw. der
Festungsanlagen die Würdigung von für die Geschichte Magdeburgs und Europas bedeutenden Personen vornehmen.

Regina Frömert
Fraktionsvorsitzende

A0143/09 Gedenktafel für Inhaftierte in den ehemaligen Festungsanlagen Magdeburgs
S0268/09 Stellungnahme
I0159/10 Information
-> der Antrag wurde geändert beschlossen


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